60 Prozent Energieersparnis mit solargestützter Roth Flächenheizung in Hinterlandhalle Dautphetal
15.07.2010Energetische Sanierung als mustergültiges Beispiel der Renovierung eines Großprojektes
Eine solargestützte Roth Flächenheizung und eine optimale Außendämmung sorgen beim Betrieb der Dautphetaler Hinterlandhalle für 60 Prozent Energieersparnis nach der Sanierung. Drei verschiedene Arten von Roth Energieflächen mit insgesamt rund 2000 Quadratmetern Fläche und eine Roth Solaranlage sind in der modernisierten Sport- und Multifunktionshalle im Einsatz. Dort erzeugen sie ideale Raumtemperaturen und durch die Nieder-temperaturanwendung eine energieeffiziente Betriebsweise der gesamten Heizungsanlage.
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf beauftragte die Firma Christmann und Pfeifer, Angelburg als Generalplaner mit der Koordination und Überwachung des Projektes im Rahmen des Konjunkturpaketes des Bundes. Das Unternehmen erhielt klare Zielsetzungen für die energetische Sanierung der fast vierzig Jahre alten Halle. Neben der Senkung der Betriebskosten, sollte die Gebäudehülle nachhaltig saniert, die Effizienz der Energiesysteme verbessert und nach Möglichkeit regenerative Energien genutzt werden. Insgesamt 2,7 Millionen Euro investierte der Landkreis in die Modernisierung. In neunmonatiger Bauzeit wurden Dach, Außenhülle, Fenster, Heizungsanlage, Lüftungssystem und Hallenboden den aktuellen EnEV-Anforderungen (EnEV = Energieeinsparverordnung) angepasst und die sanitären Einrichtungen erneuert.
In der Halle und in den Nebenräumen installierte der Fachbetrieb Dörr GmbH aus Marburg das Roth ClimaComfort TBS. Das Trockenbausystem nimmt eine Fläche von über 1500 Quadratmetern ein und ist zusammen mit dem aufgebrachten flächenelastischen Hoppe Sportboden nach DIN Certco geprüft und zertifiziert. Die Unterkonstruktion besteht aus 100 Millimeter Dämmung, 33 Millimeter Phenolhartschaum sowie einer Elastikschicht. Der gesamte Aufbau beträgt 17 Zentimeter. Die Anbindung der Heizkreise erfolgt über ein Tichelmann-Verteilungsnetz.
Etwa 430 Quadratmeter Roth Original Tackersystem verlegte die Nassauer Heizungsbau GmbH & Co. KG aus Friedensdorf im Foyer der Halle. Dabei werden die Roth Systemheizrohre mit dem Roth Original Tacker und Klipsen auf Verbundplatten befestigt. Auf dem anschließend aufgebrachten Estrich befindet sich nun ein Fliesenboden. Weitere 190 Quadratmeter Roth Rohrfix-Wandheizung mit über 1700 Meter Heizungsrohr installierte die Firma Nassauer in den Sanitär- und Duschräumen der Sportler. Für den Aufbau der Wandheizung werden Roth Rohrfix-Schienen an der Wand befestigt und das Roth Systemrohr Alu-Laserflex 14 Millimeter darauf angebracht. Anschließend sind die Wände verputzt und gefliest worden. Vorteil der Wandheizung ist die schnelle Trocknungszeit nach der Nutzung, wodurch sich hygienische Bedingungen ergeben, die einer Schimmelpilzbildung entgegenwirken. Aufgrund der niedrigen Systemtemperaturen der eingesetzten Roth Flächenheizungssysteme ist deren Kombination mit der Roth Solaranlage ideal. Diese kommt in dem Dautphetaler Modernisierungsprojekt mit acht Roth Flachkollektoren Heliostar 252 S4 als Ergänzung zur Heizungsanlage für die Warmwasserbereitung und die Heizungsunterstützung zum Einsatz. Der neuwertige Ölkessel mit 530 Kilowatt für die Heizung blieb erhalten. Hocheffizienzpumpen ersetzen die alten Heizungsumwälzpumpen der Anlage. Eine übergreifende Regelung durch Gebäudeleittechnik sorgt für einen anforderungsgemäßen und energiesparenden Betrieb. So ist die Heizungs- und Lüftungsanlage auch von anderen Standorten aus regelbar.
Matthias Acker, zuständig für die Projektsteuerung bei Christmann und Pfeifer ermittelte, dass der Heizenergiebedarf bei gleicher Nutzung von 500.000 Kilowattstunden im Durchschnitt der letzten neun Jahre auf 200.000 Kilowattstunden sinkt und somit werden rund 60 Prozent Energie eingespart. Die Vergleichszahlen beruhen auf der Annahme gleichen Nutzungsverhaltens. Darüber hinaus sinkt der Stromverbrauch von 54.000 Kilowattstunden auf 29.700 Kilowattstunden.
Fazit des Sanierungsprojektes
Die große Energieersparnis dieses vorbildlichen Sanierungsprojektes beruht auf der durch sachgerechte Dämmmaßnahmen ermöglichten Installation von Roth solargestützten Flächen-Heizungssystemen. Damit ist die Grundlage für den zukünftigen Ausbau mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien geschaffen. Dies entspricht der politischen Zielsetzung des Landkreises Marburg-Biedenkopf, der – wie Landrat Robert Fischbach ausführte – bis zum Jahre 2040 autark mit Erneuerbaren Energien versorgt werden soll.