Referenz Niestetal

Roth Flächen-Heiz- und Kühlsysteme in Niestetal (Deutschland)

SMA haucht neuer Servicehalle ein Leben voller Energie ein, 20.770 m² Roth Industrieflächenheizung bieten den optimalen Raum dafür

Industrieflächenheizung

Der Weltmarktführer für Solar-Wechselrichter, die SMA Solar Technology AG, errichtet ein Servicezentrum in Niestetal. Roth unterstützt mit der eingeplanten Industrieflächenheizung das energieeffiziente Gebäudekonzept.

Wenn man an Umweltschonen denkt, denkt man an blaue Seen, klare Flüsse, saftige Wiesen und leuchtend bunte Blumen. Umweltschonen geht aber noch weiter. Die SMA Solar Technology AG verfolgt seit Jahren bei ihren Gebäuden und in der Produktion ein nachhaltiges Energiekonzept, das die größtmögliche Vermeidung von CO2-Emissionen zum Ziel hat.
Bei der Realisierung ihres neuen Servicezentrums am Sandershäuser Berg in Niestetal setzte SMA auf optimierte Produktionsprozesse, energieeffiziente Gebäudetechnik und auf den Einsatz erneuerbarer Energien. So wurde bei der Planung des Gebäudes entsprechend auf eine größtmögliche Reduktion des Energiebedarfs und eine effiziente Energienutzung geachtet. „Das Ergebnis ist ein luftdichtes, energetisch optimiertes und flexibel nutzbares Bauwerk, das sich in neuen Dimensionen des industriellen Holzbaus bewegt“, so Vice President SMA Facility Management Norbert Kossmann.

Sämtliche Außenflächen des Service Centers sowie die Außenwandkonstruktion sind mit recycelter Zellulose gedämmt. Neben der hochgedämmten Gebäudehülle trägt die maximale Tageslichtnutzung ebenso zur Energieeffizienz des Gebäudes bei, wie die Wärmerückgewinnung und Nutzung der Abwärme aus Produktion und Drucklufterzeugung.
Abgerundet wird das Energiekonzept durch eine Photovoltaik-Anlage auf den Sheddachflächen, die umweltfreundlich Strom erzeugt, und damit die CO2-Bilanz des Gebäudes weiter verbessert.

Die ökologische Verantwortung und damit die Umwelt- und Ressourcenschonung ist ein gewichtiger Aspekt, den SMA und Roth in ihren Unternehmensgrundsätzen verankert haben. Dies macht Roth zum perfekten Partner für das Bauprojekt. Eine besondere Zielsetzung für das Vorhaben war die nahezu uneingeschränkte flexible Flächennutzung, die mit der Roth Industrieflächenheizung optimal umgesetzt wurde.

Die Planer HHS Planer und Architekten AG, Kassel, entwarfen den modernen Hallenneubau. Die Firma Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, Kassel, übernahm die Bauleitung für die Energie- und Gebäudetechnik.
Roth Fachberater Jürgen Gonther und Jens Handstein, Planer in der Abteilung Verkaufsförderung bei Roth, planten die Roth Industrieflächenheizung für das Projekt „SMA Service Center Niestetal“.

Roth Industrieflächenheizung –
trotzt auch hohen statischen Ansprüchen

Für hohe Belastungsanforderungen in Hallen, in denen beispielsweise schwere Maschinen stehen, Gabelstapler- und LKW-Betrieb ist, Flugzeuge gewartet werden oder Hochregallager und Logistikzentren betrieben werden, ist ein leistungsfähiger Bodenaufbau nötig – so auch im SMA Servicezentrum. Die neue Halle hat eine Bruttogrundfläche von rund 25.500 Quadratmetern. Sie ist 180 Meter lang, 120 Meter breit und 10 Meter hoch, außerdem eingeschossig mit einer umlaufenden Gallerieebene mit Büros.
Die eingebaute Roth Industrieflächenheizung spart Energie durch niedrige Vorlauftemperaturen des Heizungswassers. Angenehme Temperaturen im Produktionsbereich, die zur Decke hin abnehmen, schaffen ein optimales Raumtemperatur-Profil. Hierdurch minimieren sich die Betriebskosten und die Investitionskosten amortisieren sich schon nach kurzer Zeit. Darüber hinaus werden Wärmepolster im Bereich der Hallendecken vermieden. Dadurch wird ein arbeitsförderndes Umfeld geschaffen. Die Roth Industrieflächenheizung sorgt für eine hohe thermische Behaglichkeit, ohne Staubaufwirbelung. Sie kann in alle durch die Statik vorgegebenen Decken und Bodenaufbaukonstruktionen integriert werden und ist für alle bei diesen Anwendungen verwendeten Betonarten – in diesem Fall bewehrter Beton – geeignet. Entsprechend den objektspezifischen Anforderungen erfolgt die bedarfsgerechte Integration der Rohre für das Heiz- und Kühlsystem in die Betonkonstruktion sowie deren hydraulische Anbindung an die Energieerzeugung.

Etwa 21.000 Quadratmeter Roth Industrieflächenheizung sind im SMA Servicezentrum installiert. Dabei werden die Roth Systemrohre mit Betonbindedraht auf den Bewehrungsmatten befestigt. Auf dem anschließend aufgebrachten Beton wird der Bodenbelag verlegt. Insgesamt kamen rund 120.000 Meter Roth Systemrohr zum Einsatz.

„Die Besonderheit der eingebauten Heizkreise liegt darin, dass sie im Zweirohrsystem installiert sind und somit etwa gleich lange Anbindeleitungen haben. Bei dieser Verlegeart wird die Verteilleitung durch eine Ringleitung ersetzt und von beiden Seiten angeschlossen. Verfügt ein Heizkreis über einen kurzen Vorlauf, wird dies durch einen längeren Rücklauf ausgeglichen. Dadurch erzielt man bei allen Heizkreisen annähernd gleiche Druckverluste und dementsprechend gleiche Volumenströme. Eine gleichmäßige Erwärmung aller Heizkreise ist sichergestellt.“, erklärt der Fachberater von Roth, Jürgen Gonther.

INDUSTRIEFLÄCHENHEIZUNG – SMA, NIESTETAL

Heizfall
Heizleistung: 40 W/m²
Auslegungsmitteltemperatur: 31 °C (33/29 °C)
Temperaturspreizung max.: 4 K
Raumtemperatur: 20 °C
Kühlfall
Kühlleistung: 23,5 W/m²
Auslegungsmitteltemperatur: 18,5 °C (17/20 °C)
Temperaturspreizung max.: 3 K
Raumtemperatur: 26 °C
Rohrüberdeckung (Beton): 200 mm
Verschleißschicht R l,B: 0,02 m²K/W

Max. Druckverlust: 350 mbar 

Für die Kühlung und Heizung der Produktionsfläche ist in der massiven Sohlplatte im Innenbereich ein eingelegtes Temperierungssystem verbaut, welches nach dem Niedrigtemperatur-Prinzip betrieben wird:
Bei herkömmlicher Temperierung wird mit 6 °C kaltem Wasser gekühlt und mit 70 °C heißem Wasser geheizt. Nach dem Niedrigtemperatur-Prinzip ist im SMA Service Center die Kühlung mit nur 17 °C kaltem Wasser und die Heizung mit nur 33 °C heißem Wasser möglich. SMA reduziert hierdurch erheblich die Jahresenergiekosten. Dieses Prinzip ermöglicht SMA bei Außentemperaturen unter 16 °C eine zusätzliche Reduktion des Energieverbrauchs durch „freie Kühlung“. Die Abwärme-Erzeuger, wie IT-Räume, Testsysteme, Rechenzentrum, können dann ohne Kältemaschine gekühlt werden.

Qualität in fünf Schichten
Die optimal aufeinander abgestimmten Komponenten ermöglichen einen schnellen und einfachen Einbau. Auf individuelle Wünsche sowie örtliche Gegebenheiten kann Roth flexibel reagieren und für fast jeden Einsatzzweck die entsprechende Lösung anbieten.

Um den hohen Anforderungen des Baustellenbetriebes und des Transportes gerecht zu werden, sind die Roth Systemrohre DUOPEX S5, in fünf Schichten aufgebaut. Diese sind durch die S5 CoEx-Technology untrennbar miteinander verbunden und ergeben einen Sandwich-Werkstoff mit hoher Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit. Das 5-schichtige Roth Systemrohr DUOPEX S5 trotzt maximaler Beanspruchung. Das Rohr erfüllt höchste Anforderungen, auch in der Betonkerntemperierung und im Industriebau. Eine Dauerbelastung von 95 °C bei einem Betriebsdruck von 6 bar und ein kurzfristiger Temperaturanstieg auf 110 °C ist für das durchgängig interaktiv vernetzte Roth Systemrohr DUOPEX S5 kein Problem. In einem patentierten Produktionsverfahren werden alle fünf Schichten des Systemrohres DUOPEX S5 coextrudiert und anschließend durchgängig vernetzt. Somit ist gewährleistet, dass nicht nur in den einzelnen Schichten, sondern auch zwischen den einzelnen Schichten Molekülverbindungen für absolute Stabilität des fünfschichtigen Rohres sorgen. Die interaktive Vernetzung verbessert die mechanischen, thermischen und chemischen Eigenschaften des Systemrohres DUOPEX S5 und gewährleistet zusätzliche Sicherheitsreserven.

Zur Verbindung der Systemrohre DUOPEX S5 sind die Roth Kunststoff-Fittings mit dem Roth PressCheck im Einsatz. Sichtfenster in der Edelstahl-Presshülse gewährleisten die optische Kontrolle der richtigen Rohrpositionierung. Der PressCheck ermöglicht eine sichere Rohr-Installation. Im Rahmen der Dichtheitsprüfung gemäß DIN EN 1264 entweicht bei einer unverpressten Verbindung an einer definierten Stelle Wasser. Ein unverpresster Fitting im Gesamtsystem kann sofort identifiziert werden und teure Folgeschäden vermieden werden.

Fazit
Der Plan der SMA Solar Technology AG ihr nachhaltiges Energiekonzept fortzuführen, ist in die Tat umgesetzt und zeigt, dass die Industrie maßgeblich die Energiewende vorantreiben und das Klima schützen kann. Das Projekt setzt sich aus vielen aufeinander abgestimmten Gewerken zusammen und Roth ist Teil des Ganzen.

Es entstand eine moderne Industriehalle mit einer nachhaltigen Bauweise. Dazu beigetragen hat die Niedertemperatur-Industrieflächenheizung von Roth. Ein Konzept von Zukunftsplanern für Zukunftsplaner.