Suchtgefahren: Roth Gesundheitstag klärt auf - Risiken, Vorbeugung und Hilfe

18.04.2016

Zum dritten Mal boten die Buchenauer Roth Werke einen Gesundheitstag für ihre Mitarbeiter an. Während im letzten Jahr das Thema Rückengesundheit im Fokus stand, informierte der Arbeitgeber am 12. April 2016 über Risiken, Vorbeugung und Hilfe beim Konsum von Suchtmitteln. 

Dazu gehören Alkohol, Tabak, Medikamente oder Drogen. Ebenso können Glücksspiel, Mediengebrauch oder Essstörungen zu Abhängigkeitserkrankungen führen. Eine Sucht ist als chronische Erkrankung zu verstehen und kann zu persönlichen Beeinträchtigungen und Störungen am Arbeitsplatz führen.

Der Roth Gesundheitstag diente der allgemeinen Suchtprävention. Die Arbeitnehmer konnten sich an acht Messeständen über mehrere Suchtrisiken informieren. Zahlreiche Aktionen wie ein Fahrsimulator des B.A.D.S (Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e. V.) oder ein Rauschparcours des BHGM (Berufsgenossenschaft Holz und Metall) ermöglichten eine lebendige Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Alkohol auf das Reaktionsvermögen. Am Stand der Polizei Hessen erfuhren die Besucher etwas über die Aktion ‚BOB‘. Polizeioberkommissar Thorsten Frey teilte mit: „Wegen zahlreicher Unfälle aufgrund von Alkoholkonsum haben wir die Aktion BOB ins Leben gerufen. BOB ist die Person, die nach Absprache nichts trinkt und sich und seine Mitfahrer sicher nach Hause fährt. Sie gibt sich mit einem knallgelben Schlüsselanhänger zu erkennen und erhält dafür in teilnehmenden Gaststätten ein alkoholfreies Getränk gratis.“

Wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS) in Hamm aufzeigt, verursache Alkohol in Deutschland größere Probleme, als andere Suchtmittel – auch in der Arbeitswelt. Genaue Ausmaße seien in Deutschland bisher nicht erforscht. Internationale Studienergebnisse weisen auf Folgen für Betriebsabläufe, Betriebsklima und Produktivität hin. So gäbe es einen Zusammenhang zwischen problematischem Alkoholkonsum und Fehlzeiten am Arbeitsplatz.

Außerdem bot der Roth Gesundheitstag Informationsstände der Gesundheitskassen AOK und Barmer, des betriebsärztlichen Dienstes und des Beratungszentrums ‚Der Treff‘ aus Biedenkopf, eine Bürgerinitiative für soziale Rehabilitation und zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen e. V. Die Gesundheitskassen unterstützen ihre Mitglieder mit Prämiensystemen für gesundheitsbewusstes Verhalten.

Roth Personalleiter Michael Donges hob hervor: „Gesundheit ist ein wichtiges Gut für das Privat- und Berufsleben. Daher wollen wir Gesundheitsgefährdungen im Arbeitsleben reduzieren. Innerbetriebliche Angebote wie etwa ein Gesundheitstag zur Suchtprävention befähigen Mitarbeiter zum verantwortungsbewussten Umgang mit der eigenen Gesundheit und festigen die Gesundheitskultur im Unternehmen.“

Wie kann man sich vor Sucht schützen?
Der Diplom-Psychologe Ortwin Schäfer von ‚Der Treff‘ erklärte: „Man kann sich vor Abhängigkeiten bewahren, indem man bewusst lebt und Regeln befolgt. Beispielsweise tagsüber nichts zu trinken (‚kein Bier vor Vier!‘) oder aber das eigene Limit beim Alkoholkonsum zu erkennen und zu respektieren. Menschen, die viele Interessen haben, kommunikativ, selbstsicher und allgemein neugierig aufs Leben sind, geraten seltener in Suchtprobleme. Manche Aktivitäten wie etwa Sport wirken im menschlichen Organismus ähnlich wie Drogen und stellen somit eine gesündere Alternative dar.“