Roth Mitarbeiter Thomas Haus spendet lebensrettende Stammzellen

26.04.2013
Thomas Haus, Mitarbeiter der Buchenauer Roth Werke, spendete lebensrettende Stammzellen und eröffnete damit einem anderen Menschen die Chance auf Heilung seiner Blutkrebserkrankung. Im Rahmen einer kleinen Feier im Hause Roth bedankte sich Aline Vogel von der DKMS Köln persönlich bei Thomas Haus für das Engagement und überreichte ihm eine Urkunde. Die DKMS – Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH verfügt über rund 3,5 Millionen Spender weltweit. Davon sind allein etwa 2,9 Millionen registrierte Spender in Deutschland.
Thomas Haus hatte sich vor drei Jahren bei einer Aktion in Marburg zu einer Blutabnahme für die Bestimmung seiner Gewebemerkmale bereit erklärt und sich als Lebensspender in die Datei der DKMS aufnehmen lassen. Im Sommer 2012 erhielt er einen Anruf, dass seine Gewebemerkmale mit denen eines Blutkrebspatienten übereinstimmen könnten. Weitere Tests und Untersuchungen bestätigten schließlich eine hohe Übereinstimmung, sodass Thomas Haus im November 2012 seine Stammzellen spenden konnte. Für die Zeit, die Thomas Haus zur Behandlung aufwenden musste, war er von seinem Arbeitgeber Roth bei fortlaufender Bezahlung freigestellt.
Es gäbe zwei mögliche Verfahren zur Stammzellentnahme, so erklärte Aline Vogel.
Weiter berichtet sie: „Die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen – nicht, wie häufig verwechselt, aus dem Rückenmark – wird heute nur noch in zwanzig Prozent der Fälle angewendet. Das Mark mit den Stammzellen wird mithilfe von Punktionsnadeln unter Vollnarkose entnommen. Die zweite Methode, die heute in achtzig Prozent der Fälle angewendet wird, ist die periphere Stammzellentnahme. Nach einer Vorbehandlung mit dem Wachstumsfaktor G-CSF erfolgt die Gewinnung der Stammzellen aus dem Blut. Dazu werden an beiden Armen venöse Zugänge gelegt. Der Vorteil dieser Methode, die auch bei Thomas Haus angewendet wurde, ist, dass sie ohne Narkose stattfindet.“

Auf die Frage, ob Thomas Haus die Aktion wieder machen würde, sagte er: „Selbstverständlich, wenn man jemandem damit helfen kann, kann es doch keinen Zweifel geben.“ Auf die Begegnung mit dem Patienten, den er bisher noch nicht kennt, würde er sich sehr freuen. „Das wird bestimmt ein sehr emotionaler Moment“, so Thomas Haus. Bis dahin vergeht noch etwas Zeit. Es besteht die Möglichkeit, dass Spender und Patient sich nach zwei Jahren der Anonymität kennen lernen, wenn beiderseitiges Interesse besteht. Die DKMS vermittelt hierzu den Kontakt.

Für das Unternehmen Roth war es ein klarer Fall, den Mitarbeiter für die Behandlung freizustellen. Christin Roth-Jäger, stellvertretende Geschäftsführerin, ist selbst bei der DKMS als Spenderin registriert. Sie sagte: „Seit 1991 konnten 35.000 Spender der DKMS durch eine Stammzellspende einem Leukämiepatienten helfen. Wir sind stolz darauf, dass unser Mitarbeiter Thomas Haus einer von ihnen ist.“